Winter, Schnee und der Verkehr

Geschrieben von am 21. Dezember 2010 | Abgelegt unter Allgemein, Geschichte

Ja, es ist Winter und wie jedes Jahr um diese Jahreszeit wird es kälter. Mein Vater sagte mir: “Früher gab es soetwas das nannten wir Schnee!” Wer hätte denn schon denken können, dass sowas wieder passiert… Schnee im Winter und der Winter auch schon viel zu früh… Im Dezember. Also das konnte ja nun wirklich niemand erwarten!

Aber es kam so und so begab es sich, dass alle Berliner und Berlinerinnen sich anstellen mussten. Doch betrachten wir uns dieses äußerst seltene Phänomen mal genauer…

Schnee soweit das Auge reicht © www.kma-berlin.de

Winter, Schnee und die Straßen

Die Straßen waren ja von Anfang an kaum noch passierbar und das trotz der verschärften Winterdienst-Gesetze, die man aus dem Chaos des letzten Winters gezogen hat. Hat ja auch prima funktioniert, wa? Die Karl-Marx-Allee und die Frankfurter Allee sind nach Schneereichen Tagen kaum noch zu sehen. Die Fahrradwege und Fußgänger Wege sind weitestgehend völlig unter den Tisch gefallen.

Sicherlich könnte man nun sagen, das fällt in die Verantwortung der Hausverwaltungen, doch tatsächlich hat sich dabei nichts getan. Wo sind denn nun die vereinbarten Abmahnungen im tausender Bereich? Die bittere Wahrheit ist, nichts hat sich geändert und die neuen Regelungen werden von den Hausverwaltungen als Ansatz genommen, die Gesetze trickreich zu umwandern – wie wir das von den Banken auch gelernt haben. Jeder für sich und alle gegen alle – ja auch das ist ein Erbe des Kapitals.

Schnee im Winter: Die Überraschung bei der Bahn und S-Bahn

Noch vor ein paar Jahren warb die Deutsche Bahn, die auch in Berlin die S-Bahn führt, mit folgendem Slogan: “Alle reden vom Wetter – wir nicht” Heute ist Winterwetter und Bahnchaos ein Synonym geworden. Fast schon ein ironischer Schlag der Geschichte gegen das Unternehmen der Bahn.

Während jetzt auch die Weihnachtsreisewelle beginnt, verkündet die Bahn sogar, man sollte lieber nicht Bahn fahren. Ist das zu fassen? Ich war mehr als nur echauffiert. Aber inzwischen hat man ja mitbekommen, woher der Wind weht. Es sind die Überlassenschaften des ehemaligen Bahnchefs Mehdorn. Auf Druck der Politik (namentlich CDU) begann Mehdorn den Börsengang der Bahn. Es wurde gekürzt wo es ging, damit man Großprojekte wie Stuttgart21 finanzieren konnte. Ja, auch hier muss man sagen: Ein großes Dankeschön an die CDU für diesen Quatsch.

Winter und die Bahn: Wenn neoliberaler Druck die Weichen stellt

Die Rechnung wurde jetzt auch präsentiert: Die Bahn sagt, nutzt uns nicht, Züge fallen aus, wenn nicht verspäten sie sich und jetzt ist Weihnachten. Wo früher aus Sicht von Mehdorn Sparpotential lag, nämlich bei der Belegschaft und im Ausbau der Schienennetze, hat man nun ein Problem. Früher gab es viel Personal dass die Schienen im Winter freihält. Jetzt weiß man den Wert dieser Leute schätzen. Also hat man nach wiedereinmal gemerkt, ein Unternehmen muss mehr leisten als nur Profite abzuwerfen, es muss menschlich sein – von und für Menschen oder wie es im Grundgesetz steht: Eigentum verpflichtet?

Ein klarer Schuss ins Knie, das sich die Bahn geleistet hat.

Lustiger Weise hatten die Grünen tatsächlich schon lange gegen diese Politik von Mehdorn gewettert. Doch abgewunken hat man diese Bedenken, sie ständen der Zukunft im Weg, hieß es. Die Zukunft heißt also: Riesenprojekte und keine Dienstleistung des eigentlichen Segments mehr. Sogar noch jetzt schimpft Mehdorn über die Grünen und wirft Ihnen sogar Hetze vor; und das von dem Mann, der die Weichen für die Misere geschaltet hat. Genau wie Helmut Kohl seiner Zeit, der den Haushalt geplündert hat und dann “Feuer” rief.

Interessanter Weise ist Bahn ihr eigener größter Konkurrenz im Transport Markt. Denn die Bahn transportiert weit mehr mit LKWs als mit der Bahn selbst. So kann man sich auch ständig selbst ins Knie schießen. Ganz großes Kino im Zeitalter des Konservatismus mit menschlichem Anlitz, was impliziert das Konservatismus eigentlich nicht menschlich ist? Oder dass man jetzt so tut, als wäre er es?

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